Kulturwissenschaft

Kultur­wissenschaft

Unser kulturwissenschaftliches Programm ist so vielfältig wie die Kulturwissenschaften selbst: wissenschaftliche Auseinandersetzung mit künstlerisch-kulturellen Ausdrucksformen wie Literatur, Musik, Theater, Tanz, Kunst und Religion sind hier ebenso vertreten wie philosophisch-soziologische Analysen gesellschaftlich-kultureller Verhältnisse. Ob historisch-vergleichend oder gegenwartsbezogen, ob theoretisch oder empirisch, unsere Schriftenreihen und Einführungen greifen aktuelle Paradigmen der kulturwissenschaftlichen Forschung auf.

Kulturwissenschaft
Kulturwissenschaft

Schriftenreihen

Calliphaea
Literatur – Theater – Film

Herausgegeben von Julia Brühne und David Klein

Calliphaea war eine antike Flussnymphe, die zusammen mit ihren Schwestern eine Quelle bewohnte, die, laut Pausanius, in den Fluss Kytherios gemündet haben soll. Inspiriert vom Wohnort ihrer Namensgeberin – dem Ort, an dem zwei Ströme ineinanderfließen – fragt die Schriftenreihe nach Verknüpfungen und Durchdringungen, die sich im Feld der Literatur, des Theaters und des Films ereignen. Die drei Gattungen sollen dabei sowohl separat als auch in ihrer Verknüpfung miteinander untersucht werden. Von besonderem Interesse sind v.a. solche Arbeiten, die Literatur, Theater, Film und deren verschiedene Genres (partiell) als Resultate unterschiedlicher historischer Rezeptions-, Austausch-, Übersetzungs- und Translationssituationen beleuchten. Veröffentlicht werden können sowohl Sammel- und Konferenzbände als auch Monografien, beispielsweise Dissertationen.
Catholica
Quellen und Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte des modernen Katholizismus

Herausgegeben von Claus Arnold, Wilhelm Kühlmann, Thomas Pittrof, Günter Schnitzler und Peter Walter

Während die Kirchen-, Theologie- und Sozialgeschichte des sich seit 1800 formierenden ›modernen‹ Katholizismus recht gut erforscht ist, sind seine literatur- und kulturgeschichtlichen Erscheinungsformen eher spärlich und häufig nur unter großen Vorbehalten zur Kenntnis genommen worden. Die Reihe »Catholica« erschließt hier, vorzugsweise für den deutschsprachigen Raum, Neuland. Indem sie erstmals das Bewusstsein für das weite Spektrum der literarästhetischen, zeitdiagnostischen, kulturkritischen, frömmigkeits- und intellektuellengeschichtlichen Profilbildungen des literarischen Katholizismus seit 1800 sowohl in der intensiven Verflechtung und Durchdringung wie wechselseitigen Abstandnahme von Autor:innen und Milieus weckt, zeigt sie: Auch die katholische Literatur ist Teil der pluralen und an Selbstwidersprüchen reichen Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts.

zur Reihe
Comics|Histories
Herausgegeben von Jessica Bauwens-Sugimoto, Felix Giesa und Christina Meyer

Die Buchreihe konzentriert sich auf (Vor-)Geschichten und Genealogien sowie die Voraussetzungen dessen, was heute als Comic, grafische Erzählung, Manga etc. in einer globalen Perspektive erscheint. Sie setzt sich nicht nur mit Theorien und Methoden der Comicforschung auseinander, sondern auch mit zentralen geschichtswissenschaftlichen Anliegen (spezifiziert in der Literatur-, Kultur-, Medien- oder Kunstgeschichte usw.). Studien, die in der neuen Reihe erscheinen, nähern sich Comics und ihrer unterschiedlichen (Entwicklungs-)Geschichte aus einer transnationalen und zugleich kulturell situierten Perspektive. Schließlich thematisiert die Reihe die Geschichte des expandierenden Feldes der Comics Studies.
Cultura
Herausgegeben von Gabriele Brandstetter, Ursula Renner und Günter Schnitzler

Die Schriftenreihe ist hauptsächlich solchen Texten vorbehalten, die der kulturwissenschaftlichen Neuorientierung der Geisteswissenschaften nachgehen und sich auch interdisziplinären Fragestellungen öffnen. Bewusst ist hier von Anfang an ein besonderes Gewicht auf solche Studien gelegt worden, die einen zuweilen allzu engen Blick in den Einzelfächern durch die Behandlung kulturwissenschaftlicher Probleme und Horizonte aufzubrechen vermögen.

zur Reihe
Europäische Kommunikationskulturen
Herausgegeben von Rotraud von Kulessa und Marina Ortrud Hertrampf

Wissenschaftlicher Beirat: Nicolas Brucker, Magda Campanini, Marcela Gladys Crespo Buiturón, Pieetsie Feenstra, Victor Ferretti, Fabio Forner, Sabine Schwarze, Catriona Seth, Christoph Vatter, Kirsten von Hagen, Christian von Tschilschke

Mit ihrem Forschungsgegenstand, d.h. den romanischen Sprachen, Literaturen und Kulturen, stellt die deutschsprachige Romanistik seit jeher die Frage nach den wechselseitigen Beziehungen zwischen den nord- und osteuropäischen Regionen und den europäischen Mittelmeerregionen sowie zwischen dem vielsprachigen Europa und der romanischsprachigen Welt. Die sprachlichen, literarischen, kulturellen und medialen Ausdrucksformen der Romania stellen Kommunikationskulturen dar, die trotz ihrer Vielfältigkeit eines gemein haben, sie fungieren als kulturelle Mittler und übernehmen insbesondere in der globalisierten Welt zentrale Brückenfunktionen in und für Europa. In der neuen romanistischen Reihe »Europäische Kommunikationskulturen« werden Qualifikationsarbeiten, Monographien und Sammelbände aus den Sprach-, Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften publiziert, die im weitesten Sinne diesem Profil Rechnung tragen. Auch komparatistische Arbeiten mit einem romanistischen Schwerpunkt können in dieser Reihe veröffentlicht werden. Die Reihe trägt der Vielsprachigkeit der Romania (und Europas) Rechnung, so dass neben Veröffentlichungen in deutscher Sprache auch solche in den romanischen Sprachen und auf Englisch denkbar sind. Der Aufnahme in die Reihe liegt ein Peer Review Verfahren durch den wissenschaftlichen Beirat zugrunde.
Freiburger Romanistische Arbeiten
Herausgegeben von Andreas Gelz, Ursula Hennigfeld, Hermann Herlinghaus, Daniel Jacob, Rolf Kailuweit, Thomas Klinkert und Stefan Pfänder

Die Reihe »Freiburger Romanistische Arbeiten« ist das zentrale Publikationsorgan der Freiburger Romanistik. Sie versammelt von der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung geförderte Projekte, darunter ausgezeichnete Qualifikationsschriften. Die Forschungsbeiträge aus der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft eint ihr intermedialer und interdisziplinärer Zuschnitt sowie ihre Ausrichtung an aktuellen, zeitgemäßen Fragestellungen. Die Bände erscheinen hauptsächlich in deutscher, aber auch in französischer, italienischer, spanischer und englischer Sprache.

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Oeconomica
Studien zur Wirtschaftsgeschichte der griechisch-römischen Welt

Herausgegeben von Kerstin Droß-Krüpe und Patrick Reinard

Die griechisch-römische Welt war in allen Belangen direkt oder indirekt von ökonomischen Aspekten geprägt, die das Handeln von Individuen, Institutionen und anderer Gruppierungen beeinflussten. Ursprünglich ein eher randständiges Thema, steht die antike Wirtschaft inzwischen im Fokus der Forschung. Hierzu haben sowohl die Überwindung der Primitivismus-Modernismus-Debatte als auch die Erweiterung der Quellenbasis beigetragen. Gerade durch papyrologische, epigraphische und archäologische Quellen können wirtschaftshistorische Fragen heute umfassender und kleinteiliger analysiert und diskutiert werden. Die Reihe untersucht griechisch-römische Ökonomien auf einer möglichst breiten Überlieferungsbasis und erschließt unter Anwendung moderner wirtschaftswissenschaftlicher Abstraktionsmodelle neues Material. Eingereichte Manuskripte für Monographien oder Sammelbände in deutscher oder englischer Sprache durchlaufen ein anonymes Peer-Review-Verfahren.

zur Reihe
Pop: Kultur | Medien | Ästhetik
Herausgegeben von Daniel Illger und Christine Lötscher

Videospiele und Fernsehserien, YouTube und TikTok, Blockbuster und Bestseller – unsere Gegenwart ist in höchstem Maße geprägt durch populäre Medien und die Praktiken ihres Konsums. Vor diesem Hintergrund will die Reihe dazu beitragen, in medienästhetischer Perspektive die Funktions- und Wirkungsweisen des Populären zu erschließen. Grundlegend ist die Annahme, dass eine Analyse populärkultureller Phänomene dabei helfen kann, die Sehnsüchte und Ängste, Hoffnungen, Träume und Nöte von Rezeptionsgemeinschaften zu verstehen, die die Grenzen von Milieus und Kulturen überschreiten und potentiell in die Millionen zählen. In diesem Sinn kann Populärkulturforschung als Instrument der Kulturanalyse und Zeitdiagnostik dienen und dazu beitragen, den Blick auf eine Gegenwart zu schärfen, die, von globalen Krisen und Konflikten gezeichnet, apokalyptische Untergangsszenarien ebenso inspiriert wie transhumane Zukunftsentwürfe und ökokritische Utopien. In der Reihe erscheinen Monografien, Sammelbände und Essays aus literatur- und kunstwissenschaftlichen Disziplinen sowie Film- und Medienwissenschaft.
Quellen zur Kunst
Herausgegeben von Ulrich Pfisterer. Begründet von Norbert Gramaccini

In den »Quellen zur Kunst« werden die behandelten Kunstwerke aus der Warte einer oder mehrerer zeitgenössischer schriftlicher Quellen vorgestellt. Ausgangspunkt hierbei ist das ursprüngliche Verständnis eines Werkes der Malerei, Bildhauerei, Architektur oder Grafik. Bei den Quellen kann es sich um literarische Essays, um Aussagen des Künstlers, um ikonografische Programme, aber auch z.B. um Streitschriften, Chroniken oder Rezensionen handeln.

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Scenae
Herausgegeben von Gabriele Brandstetter und Clemens Risi

Die im Jahr 2013 gegründete Reihe »Scenae« versammelt Monografien, Sammel- und Tagungsbände, die sich mit Themen aus dem Bereich der Tanz-, Theater- und Musik-Theater-Wissenschaft auseinandersetzen. Mit Blick auf die facettenreiche Vielfalt der szenischen Künste und Medien sind die Fragestellungen interdisziplinär ausgerichtet, und das spannungsvolle Wechselverhältnis von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Kunst wird dabei stets mitbedacht.

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Thanatologische Studien
Herausgegeben von Thorsten Benkel

Wissenschaftlicher Beirat: Corina Caduff, Sonja Kmec, Matthias Meitzler, Dirk Pörschmann und Bernt Schnettler

Sterben, Tod und Trauer müssen als elementare Formen des kulturellen Zusammenlebens angesehen werden, da es im Rahmen des menschlichen Zusammenlebens unvermeidlich ist, sich nicht mit ihnen auseinanderzusetzen. Das Verschwinden von Sozialpartner:innen, der Schmerz des Verlustes, die Verwandlung eines lebendigen Leibes in einen toten Körper, die Symbole und Rituale der Verabschiedung, die Einbringung von medizinischen, religiösen und anderen Expertisen und viele weitere Aspekte offenbaren einerseits das Potenzial der fundamentalen Erschütterung, als die ein spezifisches Lebensende erfahren werden kann. Andererseits machen diese Ausdrucksformen und Verhaltensweisen evident, dass Sterben und Tod nicht als reines Naturgeschehen erfolgen. Sie spielen sich umgeben von gesellschaftlichen Mechanismen ab, die mittlerweile eine große, bisweilen ambivalente Vielfalt reflexiver Verfahren im Umgang mit der Endlichkeit des Lebens widerspiegeln. Der Tod ist die sicherste Zukunftsaussicht, die ein Mensch besitzt. In diesem Sinne gibt die Schriftenreihe »Thanatologische Studien« sowohl theoretischen wie auch empirischen Arbeiten eine publizistische Heimat, die sich aus den Blickwinkeln verschiedener Disziplinen mit den sozialen, normativen, ästhetischen, spirituellen, körperbezogenen, psychologischen oder mit anderen Facetten von Sterben und Tod und damit auch von Trauer und Gedenken befassen.

zur Reihe
Theorie und Geschichte der Kulturtechniken
Herausgegeben von Bernhard Siegert und Harun Maye

Kulturtechnikforschung wendet sich explizit gegen die Ontologie philosophischer Begriffe. Es gibt nicht den Menschen unabhängig von Kulturtechniken der Hominisierung, es gibt keine Zeit unabhängig von Kulturtechniken der Zeitmessung, es gibt keinen Raum unabhängig von Kulturtechniken der Raumerschließung usw. Aus Sicht der Kulturtechnikforschung haben es Geistes- und Kulturwissenschaften nicht mit Künstlern, Ideen oder den Großsemantiken der Hochkultur zu tun, sondern mit den vielen medialen Operationen, aus denen Begriffe wie Bild, Schrift und Zahl, aber auch »der Mensch« und »die Geschichte« allererst hervorgegangen sind. In der Reihe Theorie und Geschichte der Kulturtechniken werden Monografien und Tagungsbände zu Techniken des Mediengebrauchs veröffentlicht. Studien zu »elementaren Kulturtechniken« (Lesen, Schreiben, Rechnen, Bildermachen) werden ergänzt um Arbeiten über die Techniken des Körpers, der Archivierung, der Zeitbewirtschaftung, der Navigation, der Tier- und Pflanzendomestikation u.a.m.
Transgressionen
Literatur, Musik und Künste um 1900

Herausgegeben von Anna-Katharina Gisbertz, Eva-Tabea Meineke und Gesa zur Nieden

Die Reihe sondiert die künstlerisch-kulturelle Vielfalt der Literatur, Musik und Künste in der Umbruchszeit um 1900 mit besonderer Berücksichtigung der intermedialen, komparatistischen und interdisziplinären Vernetzungen. Der Begriff der Transgression beschreibt die zahlreichen Suchbewegungen und künstlerischen Experimente, die sich im Kontext der Modernisierung und Technisierung entfalten und nationale Traditionen aufbrechen sowie europaweit die Grenzen von Gattungen, Künsten, Disziplinen und Sprachen überschreiten. Konventionelle Sichtweisen werden entweder provokant verworfen oder auch entschieden ausgestellt: In Zentren und Peripherien entstehen moderne und anti-moderne Strömungen. Bislang marginalisierte Akteur:innen, durch Migration bedingte globale Einflüsse sowie heterogene Entwicklungen werden anhand neuerer theoretischer Ansätze aus den Literatur-, Musik- und Kulturwissenschaften, den Diversitätsstudien und Genderwissenschaften einbezogen. Sowohl Arbeiten aus den Einzeldisziplinen der Philologien, Musik und Künste sowie vergleichende kulturtheoretische Ansätze finden Aufnahme. Intendiert ist eine Erweiterung der wissenschaftlichen Perspektiven auf die Epoche der Moderne. In Planung Band 1: Non-binäre Identitäten und Konzepte in Literatur, Musik und Kunst um 1900 (2023)

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