Literaturwissenschaft

Literatur­wissenschaft

Die Literaturwissenschaft ist das Herzstück unseres Verlags. Herausragende Monografien und Sammelbände aus den Modernen Philologien wie der Germanistik, der Romanistik, der Skandinavistik und der Komparatistik sowie aus der Klassischen Philologie füllen unser Schriftenreihen- und Jahrbuchportfolio. Dabei zeichnet sich unser literaturwissenschaftliches Programm durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität und Intermedialität aus und integriert sprach-, kultur- und medienwissenschaftliche Perspektiven.

Literatur
Literatur

Schriftenreihen

Behinderung – Literatur – Kultur
Herausgegeben von Klaus Birnstiel und Johannes Görbert

Die literarische, kulturelle und ästhetische Verhandlung menschlicher Figurationen und Lebenswelten um Achsen wie ›normal‹/›abweichend‹, ›funktional‹/›dysfunktional‹ oder ›behindert‹/›nichtbehindert‹ gehört zu den grundlegenden Praktiken gesellschaftlicher Selbstverständigung. Literarische Texte produzieren und archivieren Wissensbestände im Raum der begrifflichen Einheit der Differenz von dis/ability und geben ihnen ästhetischen Ausdruck. Orientiert an theoretisch avancierten Modellen und Zugängen bemühen sich die Literary Disability Studies um eine wissenschaftlich adäquate Rekonstruktion von dis/ability in der Literatur, im literarischen Feld und im kulturellen Leben allgemein. Die Reihe Behinderung – Literatur – Kultur gibt diesen Forschungen Raum. Literaturwissenschaftliche Perspektiven, ergänzt um kunstgeschichtliche, medien- und kulturwissenschaftliche Beiträge, stehen im Zentrum.
Das Unsichere Wissen der Literatur
Herausgegeben von Hans-Georg von Arburg, Maximilian Bergengruen und Peter Schnyder

In der Reihe »Das Unsichere Wissen der Literatur« werden seit 2015 Monografien, Sammel- und Tagungsbände zu wissensgeschichtlichen Themen aus der Literaturwissenschaft und benachbarten Disziplinen veröffentlicht. Neben der methodischen Reflexion über das Verhältnis von literarischen Texten und diskursiven Kontexten steht die Frage nach den vielfältigen und teilweise widersprüchlichen Funktionen der Literatur bei der Produktion, Diskussion und Diffusion kulturellen Wissens im Zentrum. Wenn Wissen nicht als Substanz, sondern als Prozess verstanden wird, dann erweist sich das unsichere Wissen der Literatur mit ihren Fiktionen, ihren Fantasmen und ihren Fakes als ein Schlüssel zum Verständnis von immer wieder neu auszuhandelnden Wissensvorgängen.

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Litterae
Herausgegeben von Günter Schnitzler, Maximilian Bergengruen und Thomas Klinkert. Mitbegründet von Gerhard Neumann (†)

Die Leuchtturm-Reihe des Verlags versammelt Monografien und Sammelbände, die sich insbesondere auf der Grundlage interdisziplinärer Fragestellungen mit aktuellen Themen aus dem Bereich der Geisteswissenschaften auseinandersetzen. 1988 von dem bedeutenden Germanisten Gerhard Neumann (1934–2017) begründet, ist diese hoch angesehene Reihe im literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschungsfeld unersetzlich geworden.

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Medienreflexive Moderne
Studien zu Literatur und Medienkultur der 1920er-Jahre

Herausgegeben von Andreas Blödorn und Stephan Brössel

Die Reihe versammelt schwerpunktmäßig Beiträge zu Literatur und Medienkultur der 1920er-Jahre im deutschsprachigen Raum. Fokussiert werden ›textuelle‹ Verarbeitungen gesellschaftlicher und kultureller Aspekte in Literatur und Theater, Fotografie, Film und Kino, Hörspiel und Radio und anderen medialen Kontexten (z.B. Zeitschriften und Illustrierten). Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf inter- und transmedialen Wechselbeziehungen und Beziehungsgeflechten zwischen Literatur und Medien, wie sie sich paradigmatisch an Döblins Roman Berlin Alexanderplatz zeigen lassen, der unter der Beteiligung des Autors in Hörspiel und Film transformiert wurde, oder an Fritz Langs zweiteiligem Film Dr. Mabuse, der Spieler, der parallel zur Veröffentlichung der Romanvorlage von Norbert Jacques in der Berliner Illustrirten entstand und mit Reportagen vom Filmset medial beworben wurde. Neben solchen Querverbindungen zwischen Literatur, Kultur und Medien der Weimarer Republik rücken aber – insbesondere über das Leitmedium Film – auch internationale Aspekte einer sich in den 1920er-Jahren wandelnden Medienkultur in den Blick, die der neuen ›visuellen Kultur‹ (Béla Balázs) auch die Dimension des Hörens an die Seite stellte: Mit dem Wandel zur Tonfilmära entstanden gegen Ende der 1920er-Jahre zunehmend auch internationale Kooperationsprojekte, in denen die Filmindustrie – wie prominent in der Heinrich Mann-Verfilmung Der Blaue Engel – mit sogenannten Mehrsprachenversionen experimentierte, die den Blick v.a. auf die USA (und Hollywood) richteten.
Nordica
Herausgegeben von Hanna Eglinger und Joachim Schiedermair

Die Reihe »Nordica« stellt in Monografien und Sammelbänden aktuelle literaturwissenschaftliche Beiträge zur Skandinavistik vor. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat sich die Reihe vor allem als ein Forum zur Diskussion und Applikation kultur- und medienwissenschaftlicher Ansätze in der Neuskandinavistik etabliert. »Nordica« lädt ein, die neuere interdisziplinäre Theorie- und Methodenentwicklungen mit innovativen Lektüren von Literatur, Film und anderen Medien aus Nordeuropa zu begleiten. Wichtig ist dabei die interdisziplinäre Vernetzung, die Relevanz der Allgemeinen Literaturwissenschaft für die Skandinavistik, die Bedeutung der skandinavischen Kulturzeugnisse für die fächerübergreifende Literaturwissenschaft. So liegen bereits Studien zu Klassikern der nordischen Literatur wie Strindberg, Ibsen, Hamsun und Inger Christensen, über die international viel gelesene Gegenwarts- und Jugendliteratur, aber auch Untersuchungen zur Intermedialität zwischen Text und Bild, Literatur und Radio oder Jazz vor.

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Paradeigmata
Herausgegeben von Bernhard Zimmermann in Zusammenarbeit mit Karlheinz Stierle und Bernd Seidenstricker

Die Reihe »Paradeigmata« widmet sich der antiken Kultur und ihrer Rezeption in der Moderne. Im Zentrum steht das Nachleben der griechisch-römischen Literatur, weitere Bereiche wie Mythologie, Religion, Musik und Kunst finden jedoch auch Berücksichtigung. Die Reihe ist mit zahlreichen internationalen Forschungszentren und -projekten vernetzt. Publiziert werden Sammelbände zu aktuellen Forschungsdiskussionen und Monografien. Mit der Aufnahme der »Tirolensia Latina« wurde die Reihe um kritische Ausgaben und Kommentare neulateinischer Texte ergänzt. Unter dem Titel »Pontes« versammeln sich zudem Bände regelmäßig stattfindender gleichnamiger Tagungen.

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Philological Material Studies
Herausgegeben von Angela Oster

Die Reihe untersucht Phänomene der »Philological Material Studies« und weist einen literaturwissenschaftlichen Schwerpunkt auf. Sie geht der Frage nach, was passiert, wenn Dinge nicht nur als dekorative Motive oder beliebig austauschbare Objekte in Texten betrachtet werden, sondern als tragende Pfeiler und strukturelle Katalysatoren der Schrift. Und umgekehrt ist es genauso wichtig, nicht allein die Schrift als Trägerin von Objekten zu analysieren, sondern die Aufmerksamkeit auf Texte zu richten, die auf Gegenstände geschrieben sind, wie Gedichte auf Kunstobjekten oder Zitate auf Globen u.a.m. Gibt es pragmatische oder gar ideologische Zusammenhänge zwischen einer bestimmten Materialauswahl und dem Inhalt und der Form der Beschriftung? Und inwiefern stellen diese dreidimensionalen Beziehungen Anderes in den Vordergrund als die binären Vergleiche zwischen Literatur einerseits und anderen Künsten (Malerei, Musik)? Versprachlichte Materialitäten in der Literatur und reale Objekte als Träger von Schriften stellen eine spezifische mediale Konfiguration dar, die mit den gewohnten Paradigmen des Paragone, des sogenannten ›Wettstreit der Künste‹, nicht adäquat aufgearbeitet werden können. Die vielfältigen interdisziplinären Herausforderungen von beschrifteten Artefakten und Kunstgegenständen in Texten benötigen einen speziellen philologisch-materiellen Fokus, den die Einzeluntersuchungen in Grenzgebieten zwischen Objekten und Texten (Objekte in Buchform, materialorientierte Texte u.a.m) ausloten. Die Reihe publiziert sowohl Monografien als auch Sammel- und Tagungsbände. Sie versteht sich als Anlaufstelle für Interessierte, fortgeschrittene Studierende und spezialisierte Forschende der nationalphilologischen Fächer und der komparatistisch orientierten Nachbardisziplinen.
Texturen
Herausgegeben von Claudia Liebrand und Thomas Wortmann

Die Reihe versteht sich als Forum für eine Literaturwissenschaft, deren kulturwissenschaftliche Erweiterung sich nach den turns der letzten Jahrzehnte konsolidiert hat. Die hier publizierten Monografien und Sammelbände fragen nach den »Texturen«, aus denen Literatur (und Kultur en général) gemacht ist: nach dem buchstäblich-materialen, dem medialen, dem kulturellen Bedingungsgefüge, in das Texte eingespannt sind. Dabei zeichnen sich die vorgelegten Lektüren und Analysen durch ihre Offenheit gegenüber virulenten Theoriediskussionen in Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaft und ihren Anspruch auf innovative Zugriffe aus.

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