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Rombach Wissenschaft in der Presse

Hier stellen wir regelmäßig News und aktuelle Rezensionen für Sie zusammen.

News

Johannes F. Lehmann im Interview

Was ist das Gegenteil von Wut? Was braucht es, um Wut auszulösen?

Ist Wut ein Ausdruck von Hilflosigkeit? Kann aus Wut, Hass entstehen? Michel Friedman und der Kulturwissenschaftler und Rombach Wissenschaft Autor Johannes F. Lehmann debattieren in der Deutschen Welle über Wut.

Das Interview wurde am 12. Februar ausgestrahlt und kann in voller Länge unter https://www.dw.com/de/auf-in-wort-wut/av-56552807 nachgesehen werden.

Seit den Anfängen der abendländischen Kultur- und Literaturgeschichte sind Zorn und Wut zentrale Motive literarischer Texte. Zugleich sind sie Gegenstand intensiver theoretischer Reflexionen in verschiedensten Feldern des Wissens. Johannes F. Lehmanns  Buch „Im Abgrund der Wut - Zur Kultur- und Literaturgeschichte des Zorns“  führt beide Aspekte in diskursgeschichtlicher Perspektive zusammen: Ausgehend von den antiken Voraussetzungen (von Homers Ilias bis Senecas De ira) stellt es den epochalen Umbruch in der Codierung des Zorns an der Schwelle zur Moderne ins Zentrum. War der Zorn Jahrhunderte lang als Wunsch nach Rache aufgrund gekränkter Ehre oder verletzten Rechts definiert worden, wird er seit Ende des 18. Jahrhunderts unter der neuen Kategorie des Gefühls (und mehr und mehr unter dem Namen ›Wut‹) mit Begriffen von Energie und Widerstand beschrieben: als Gefühl einer 'Beeinträchtigung unseres eigenen Ich’s' (Burdach). Während von der Antike bis zur Neuzeit der Zorn Ehre und Recht verteidigt, bewacht die moderne Wut: das Leben, das Begehren und das Glück. Die Studie untersucht anhand von Diskursen und Texten vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert sowohl die theoretischen Folgen und Weiterentwicklungen dieses Umbruchs als auch die Konsequenzen für das Erzählen von Zorn und Wut.

Das Werk ist 2012 erschienen und hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Es kann im Shop unter https://bit.ly/3uJ9Yt6 erworben werden.

Neue Volontärin im sozial- und geisteswissenschaftlichen Lektorat

Isabell Oberle ist promovierende Sprach- und Literaturwissenschaftlerin und taucht bei Nomos und Rombach Wissenschaft nun in die Lektoratsarbeit ein

Kurz vor Jahreswechsel, im Dezember 2020, hat Isabell Oberle ihr Volontariat im sozial- und geisteswissenschaftlichen Lektorat von Nomos und Rombach Wissenschaft begonnen. Während ihres Studiums der Romanistik und Neueren Deutschen Literatur (BA), Europäischen Literaturen und Kulturen (MA) in Freiburg hatte sie bereits erste Kontakte zum Rombach Verlag. Sie absolvierte dort im Jahr 2015 ein dreimonatiges Praktikum und wurde in der Folge freie Lektorin für Projekte, die sie während des Praktikums begonnen hatte. Im August vergangenen Jahres schließlich beendete sie ihre Doktorarbeit in dem SFB 948 Helden – Heroisierungen – Heroismen, der eine eigene Reihe im Ergon Verlag hat. Darüber hinaus ist Isabell Oberle selbst Nomos- bzw. Rombach-Herausgeberin mit dem Band „Heldenhaftes Warten in der Literatur“.

Bereits im Studium konnte sich die neue Volontärin somit ein Bild von der Arbeit eines Wissenschaftsverlags machen und schätzt daran besonders, direkt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaftsbetrieb und Koordination von Buchprojekten tätig sein zu können. Isabell Oberle freut sich: „Bei Rombach bin ich besonders nahe an meinen eigenen Fächern, v.a. Literatur- und Kulturwissenschaft. Ich bin aber auch sehr neugierig auf die angrenzenden Fächer wie Tanz- und Musikwissenschaft.“ Sie wünscht sich, im Rahmen ihres Volontariats den wissenschaftlichen Diskurs durch Identifizierung zeitgemäßer Themenfelder, Anregung konkreter Reihen oder Titel mitbestimmen zu können, und ist gespannt, die Abläufe eines Wissenschaftsverlags aus der Praxis kennenlernen und sich aneignen zu können.

Dr. Friederike Wursthorn, die Lektorin bei Nomos und Rombach Wissenschaft ist, freut sich sehr, dass Isabell Oberle das Team als neue Volontärin unterstützt: „Ich kenne sie noch aus Freiburg und habe bereits dort ihre Motivation und Begeisterung für die Verlagsarbeit kennen und schätzen gelernt. Gemeinsam mit ihr blicken Rombach Wissenschaft und Nomos in ein spannendes Bücherjahr 2021.“

"Kaum ein Thema sagt mehr über eine Gesellschaft aus als deren Umgang mit dem Tod und dem toten Körper."

Im Interview mit unserer Autorin Dr. Stephanie Langer sprechen wir über ihr neues Buch "Obduktion und Leichenschau", welches eine Forschungslücke schließt

 

Sie sagen, Obduktionen seien heute omnipräsent. An welche Bereiche denken Sie dabei; wo begegnen uns Obduktionen in unserem Alltag?

Im Alltag begegnen uns Obduktionen vor allem in den Medien – kein Krimi, weder im Fernsehen noch in Buchform, kommt heute mehr ohne Rechtsmedizin aus. Klassische Kriminalromane, etwa von Agatha Christie, messen dem toten Körper des Opfers und dessen Obduktion hingegen kaum Bedeutung zu. Seit den 1980ern aber lässt sich ein verstärktes Interesse an der Rechtsmedizin feststellen. Das ist die Zeit, in der sich der genetische Fingerabdruck als Beweismittel etabliert. Dessen Bedeutung für die gegenwärtige Hinwendung zur Forensik kann kaum unterschätzt werden. Das führt hin bis zum sogenannten „CSI-Effekt“, demzufolge Geschworene nur dann Urteile fällen, wenn ihnen Beweise präsentiert werden, wie sie sie aus der prominenten Fernsehserie kennen. Die tatsächliche Relevanz dieses Effekts ist umstritten, doch an ihm zeigt sich deutlich, wie bedeutend die Forensik in der Gegenwart ist. Dieser gegenwärtigen Perspektive halte ich in meinem Buch den Spiegel vor, indem ich einen Blick auf die Geschichte der Rechtsmedizin werfe. Als sich die Rechtsmedizin im ausgehenden 18. Jahrhundert etablierte, hatte sie eine andere Rhetorik und zum Teil andere Fragen als die heutige Rechtsmedizin und vor allem als der populäre Diskurs, in den sie dann eingegangen ist. In meinem Buch zeige ich auf, wie sich die Rechtsmedizin seit 1800 verändert hat. Zugleich geht es mir aber auch darum, aufzuzeigen, welche Praktiken seit den Anfängen der Rechtsmedizin im Wesentlichen unverändert geblieben sind und mit welchen Fragen die Rechtsmedizin damals wie heute konfrontiert ist.

Wie kamen Sie persönlich dazu, sich mit dem Thema in der Literatur auseinanderzusetzen?

Mein Buch schließt eine Forschungslücke. In den vergangenen Jahren sind viele erhellende Studien erschienen, die sich mit Literatur und Recht beschäftigen. Eine Auseinandersetzung mit der Rechtsmedizin war jedoch bis dato ausständig, obwohl diese heutzutage medial so präsent ist. Ich erzähle nun die Kultur- und Mediengeschichte der Rechtsmedizin, indem ich literarische Texte aus Goethezeit, Moderne und Gegenwart gemeinsam mit jeweils zeitgenössischen Fällen lese und diese mit medizinischer und juristischer Fachliteratur kontextualisiere. Gerade der Fokus auf literarische Texte ermöglicht es, die jeweils zeitgenössischen Wissenspraktiken sowie die Fragen und die Rhetorik der Rechtsmedizin scharf zu stellen. Gleichzeitig hat jeder literarische Text seinen je eigenen Zugriff auf das Thema, den ich in meinen Lektüren herausarbeite.

Die Beschäftigung mit dem toten Körper klingt spannend, für manch einen gar etwas beängstigend. Was setzen Sie dem entgegen, weshalb sollten man das Thema noch mehr enttabuisieren?

Kaum ein Thema sagt mehr über eine Gesellschaft aus als deren Umgang mit dem Tod und dem toten Körper. Wenn wir den Blick darauf lenken, lernen wir viel über uns selbst und unsere Geschichte. Mir geht es vor allem darum, aufzuzeigen, welche Fragen Gesellschaften sich stellen, wenn tote Körper in den Fokus des Rechts geraten, welche Antworten sie auf diese Fragen geben – oder auch nicht – und welche Rhetorik sie hervorbringen.

Langer, Obduktion und Leichenschau

Rezensionen

Andris, Music non-stop

Paul Hindemiths Geschichtskonzeptionen vor dem Ende der Weimarer Republik

»Das im Untertitel dieser Berliner Dissertation von 2017 […] benannte Thema ist in der Hindemith-Literatur neu. [Andris] wägt grundsätzliche terminologische, ästhetische historiographische Voraussetzungen differenzierend ab, beschreibt durchaus perspektivenreich die historische Konstellation der Jahre 1927-1931 und wendet sich dem Oratorium zu…«
Giselher Schubert, Die Tonkunst 1/2021, 95-96

Andris, Music non-stop

Giuriato/Hubmann/Schildmann, Kindheit und Literatur

Konzepte – Poetik – Wissen

»… dieses Panorama einer neuen interdisziplinären Konstellation [stellt] eine beeindruckende kulturwissenschaftliche Innovation dar, der man dringend Fortschreibungen wünscht.«
Ernst Seibert, Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung 2020, 166

Giuriato/Hubmann/Schildmann, Kindheit und Literatur

Gratzer / Lepschy, Proben-Prozesse

Über das Entstehen von Musik und Theater

»Insgesamt ist dieser transdisziplinare Tagungsband im Spannungsfeld von Praxis und Theorie ein entscheidender und inspirierender Beitrag zur Untersuchung bestehender und der Suche nach neuen Probenpraktiken sowie den damit verbundenen Möglichkeiten sozialer und künstlerischer Interaktionen.«
Judith Franke, MEDIENwissenschaft 4/2020, 391

Gratzer / Lepschy, Proben-Prozesse

 

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